Charaktere

Ritter Florian Geyer (1490 - 1525)

Ritter Florian Geyerstammte aus dem fränkischen Adelsgeschlecht "Geyer von Giebelstadt" und wurde als jungster von drei Brüdern 1490 in Giebestadt geboren. Nach dem Tod des Vaters und der beiden älteren Brüder (1492), erbte er im jungen Alter ein beachtliches Vermögen und umfangreiche Ländereien.

1517 entbrannte ein Streit zwischen ihm und dem Stift Neumünster um eine 350 Jahre alte Geldforderung des Stifts. Geyer hegte seitdem eine tiefe Abneigung gegenüber dem geldgierigen, katholischen Klerus.

1519 trat Florian Geyer auf Bitten seines Lehnsherren Markgraf Kasimir von Ansbach-Bayreuth in den Dienst von dessen Bruder Herzog Albrecht von Preußen, Hochmeister des Deutschen Ordens. Er führte als Feldhauptmann dessen Truppen gegen den polnischen König, der den Deutschen Ostpreußen entreißen wollte. 1523 begleitete er Kasimir zu einem Gespräch mit Martin Luther nach Wittenberg. Der Ansbacher hatte 1515 seinen Vater gewaltsam abgesetzt und eingekerkert; er zählte zu den hartherzigsten Feudalherren, der die Bauernschaft gnadenlos unterdrückte.

1524 kam es vor allem in Süddeutschland zu Bauernunruhen, die im Frühjahr 1525 eskalierten. Florian Geyer war bei Ausbruch des Bauernkrieges 1525 als Berater und Verhandlungsführer der Tauberbauern tätig.

Neben seiner Hilfe bei der Organisation des Bauernheeres und der Erarbeitung strategischer Grundsätze, stellte Florian Geyer aus seinem Vermögen eine einige hundert Mann starke Kerntruppe im Bauernheer auf, die allgemein als „Schwarzer Haufen“ bekannt wurde. Es gelang ihm als Unterhändler, mehrere kleinere Städte, unter anderem Rothenburg ob der Tauber, zu gewinnen. Er führte Verhandlungen mit Würzburg und dem Markgrafen Kasimir von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth. Sein Ziel im Kampf gegen das Landesfürstentum war eine auf Bauern- und Bürgertum gegründete Reichsreform, vor allem die Beseitigung der geistlichen und adligen Vorrechte mit dem Evangelium als moralischer Grundlage. Geyer vermochte sich bei den radikalisierten Bauern mit seiner gemäßigten Anschauung jedoch nicht durchzusetzen und stieß bei den Bauern wegen seiner adeligen Herkunft oft auf Misstrauen.
Erst als die Truppen des Schwäbischen Bundes unter Georg Truchsess von Waldburg-Zeil sich gegen die Bauern in Marsch setzten und ihnen erste schwere Niederlagen beibrachten, wurde auf Anraten Geyers der Versuch gemacht, einen Frieden unter Vermittlung seines einstigen Lehnsherrn Markgraf Kasimir auszuhandeln. Geyer reiste nach Rothenburg, um die Eskorte Kasimirs zu erwarten. Nach der Niederlage der Bauern in der Entscheidungsschlacht bei Ingolstadt, in Unterfranken und Königshofen, wurde der noch auf die Eskorte wartende Geyer vom Stadtrat aus der Stadt Rothenburg ausgewiesen und ritt allein nach Norden.

In der Nacht vom 9. Juni auf den 10. Juni 1525 wurde er von zwei Knechten seines Schwagers Wilhelm von Grumbach im Gramschatzer Wald bei Würzburg erstochen und ausgeraubt. Der Verbleib von Geyers Leiche ist unklar.

Wilhelm von Grumbach (1503 – 1567)

Wilhelm von Grumbachwurde am 1. Juni 1503 in Rimpar, nahe Würzburg, geboren und starb am 18. April 1567 in Gotha. Er war Ritter und Abenteurer und führte verschiedene Versuche an, die Macht deutscher Fürsten zu zerstören. Von Grumbach versuchte weiterhin, die Macht über den Ernestine Zweig des sächsischen Herrscherhauses wiederzugewinnen. Dies ist bekannt als Grumbach-Fehden.

Als Ritter und Landbesitzer war er ein Vasall der Fürstbischöfe von Würzburg. Grumbach stand wegen seiner höfischen Bildung und seiner Verdienste auf kriegerischem Gebiet in hohem Ansehen bei Konrad III. von Bibra, der von 1540 bis 1544 Fürstbischof von Würzburg war und ihn zum Hofmarschall erhob. Kurz vor dem Sterben übergab ihm der Fürstbischof 10.000 Goldgulden als Geschenk, ohne die Zustimmung des Domkapitels eingeholt zu haben. Als nach dem Tod Konrad III. von Bibra Melchior Zobel von Giebelstadt Fürstbischof wurde, forderte dieser das Geld von Grumbach zurück. Grumbach zahlte, aber die harmonische Beziehung zwischen Herr und Vasall waren zerstört, weshalb sich Grumbach von Würzburg verabschiedete.

 

 

Konrad II. von Thüngen (~1466 – 1540)

Konrad von Thüngenwar von 1519 bis zu seinem Tod 1540 Fürstbischof von Würzburg. Konrad II. von Thüngen stammt aus dem fränkischen Adelsgeschlecht der von Thüngen. Es ist benannt nach dem unterfränkischen Ort Thüngen. 
Konrad II. von Thüngen war mit fast 20 Jahren Amtszeit Fürstbischof von Würzburg. Sein Vorgänger und sein Nachfolger stammten aus der Familie von Bibra. Konrad II. wurde im Würzburger Dom bestattet.

Konrad II. von Thüngen war Fürstbischof zur Zeit des Bauernkrieges, bei dem das Bistum Würzburg zu einem der zentralen Brennpunkte gehörte. Die allgemeine Unzufriedenheit der Bauern mit der erdrückenden Last an Abgaben und Frondiensten führte zu eskalierenden Aufständen in der Region. Auch unterschiedliche religiöse Anschauungen bargen Zündstoff. Mehrere Tausend Bauern schlossen sich zu Horden zusammen und richteten zum Teil erhebliche Verwüstungen in den umliegenden Dörfern und Städten an. Sie fanden allerdings auch Zulauf und Fürsprecher in der Bürgerschaft von Städten und beim Niederadel. Dabei spielten namhafte Personen, wie Götz von Berlichingen oder Florian Geyer wichtige Rollen. Sie zeigten zum einen Verständnis für die Lage der Bauern, versuchten aber andererseits auch vermittelnde Positionen einzunehmen. Während der Fürstbischof zunächst in große Bedrängnis geriet, beinahe entführt wurde und auch Würzburg belagert war, gewann man nicht zuletzt durch den Schwäbischen Bund allmählich die Oberhand über die eher unorganisierten Bauern. Die Bestrafungen der an dem Aufruhr beteiligten Bauern waren hart, Anführer wurden getötet, anderen wurden die Augen ausgestochen und Körperteile abgehackt. Er ging unerbittlich gegen die Anabaptisten vor – diejenigen die er gefangen setzte, verbrannten auf dem Scheiterhaufen. In seiner Amtszeit gipfelten die Unruhen unter den Bauern im Bauernkrieg, aber auch der zum Teil protestantische Niederadel überfiel und brandschatzte den Würzburger Raum. 1523 durchzog der Schwäbische Bund das Hochstift und ging gegen räuberische Ritter aus dem fränkischen Raum vor, darunter auch Verwandte des Fürstbischofs aus dem Hause Thüngen.

Götz von Berlichingen (~1480 – 1562)

Götz von Berlichingenzu Hornberg, „mit der eisernen Hand“, war ein fränkischer Reichsritter. Götz entstammte dem Geschlecht der Herren von Berlichingen und war das letzte von zehn Kindern des Kilian von Berlichingen aus Jagsthausen und der Margaretha von Thüngen.

Als der sogenannte Odenwälder Haufen unter Führung Georg Metzlers nach Gundelsheim in die Nähe seiner Burg kam, sah sich Götz, wie viele seiner Standesgenossen, gezwungen, einen Vertrag mit den Bauern zu schließen und sich unter Vorbehalt in den Dienst gegen den Schwäbischen Bund verpflichten und in die „christliche Brüderschaft“ der Bauern aufnehmen zu lassen (24. April 1525). Da es keinen anderen kriegserfahrenen Anführer gab, zwangen die Bauern Götz, die Führung des Odenwälder Haufens zu übernehmen, und ernannten ihn zu ihrem Hauptmann. Er belagerte zwar den Frauenberg bei Würzburg, benutzte aber vier Wochen später seine Entsendung gegen das schwäbische Bundesheer, um sich im Mai wieder auf seine Burg zu begeben. Unter seinem, Hans Berlins von Heilbronn und Wendel Hiplers Einfluss wurde am 4. Mai im Kloster Amorbach eine „Declaration“ der Zwölf Artikel erlassen, die diese wesentlich abmilderte. Die Verbreitung dieser Declaration wurde von einem Großteil der Bauern sehr übel aufgenommen und ihre Urheber bedroht, sodass man nicht weiß, ob Götz während dieser Wochen nicht eher Gefangener der Bauern als ihr Hauptmann war. Hatte er die Erstürmung Amorbachs noch halbwegs gebilligt, geschahen die Zerstörung der Wildenburg und Miltenbergs und andere Gewalttaten auf dem Zug nach Würzburg doch gegen seinen Willen.

Nach Beendigung des Bauernkriegs wurde Götz angeklagt und rechtfertigte sich persönlich vor dem Truchsess von Waldburg und dem Reichstag in Speyer 1526 mit der Begründung, er habe die aufgezwungene Führung nur angenommen, um Schlimmeres zu verhindern. Zwar erklärte ihn das Reichskammergericht am 17. Oktober 1526 für schuldlos, doch wurde er auf Betreiben seiner Feinde im Schwäbischen Bund am 7. Mai 1528 auf einer Reise nach Stuttgart in Blaufelden im Gasthof des Georg von Eisesheim, einem Diener des Schwäbischen Bundes, überfallen und zu dem Gelübde gezwungen, sich dem Bund zu stellen. Trotz Warnung seiner Freunde folgte er der Aufforderung, am 27. November 1528 in Augsburg zu erscheinen. Dort wurde er festgenommen und vom 30. November 1528 bis zum 1. März 1530 im Kreuz-Torturm gefangen gehalten. Nur gegen Leistung einer Urfehde wurde er am 4. März aus der Haft entlassen. Götz musste schwören, sich Zeit seines Lebens nur noch im Bereich seiner Burg Hornberg aufzuhalten, nie wieder ein Pferd zu besteigen und keine Nacht außerhalb des Schlosses zu verbringen. Außerdem musste er den Bischöfen von Mainz und Würzburg eine Entschädigung zahlen und – mit Stellung von Bürgen – eine Geldstrafe von 25.000 Gulden geloben.